Familienleben, Lesezeit, Top

mit Kindern über Trennung sprechen, Familien in Kinderbüchern und Aufruf zum Erfahrungsaustausch

29. August 2017

Am Wochenende zieht der Vater meiner Kinder aus. Ein Anfang. Ein Ende. Eine veränderte Familienwirklichkeit.

Wie Sicherheit vermitteln?

Die Kinder suchen danach. Ich merke es. Der Sohnemann wirft ständig Sachen durch die Gegend, wirft sich auf uns oder kuschelt sich vermehrt an. Ich erlebe es, wenn sich Krümelie an die Erzieherin klammert, die sie seit 4 Jahren kennt. Die Kita bietet Struktur. Verlässlichkeit. So denke ich. Verabschieden fällt ihr dieser Tage schwer.

Was tun?

Die Kinder einbeziehen. Sie helfen beim Ausmisten und Packen, gehen mit zum Möbelschweden. Sie haben Papa’s neue Wohnung besichtigt und wissen wo er hinzieht. Wir besprechen die einzelnen Schritte. Richtig wirklich ist die neue Situation noch nicht.

Wie mit der Situation umgehen?

Ein Freundin sagte, dass Beispiele heranzuziehen zeigt, dass andere Kinder auch Eltern haben, die getrennt leben.  Am Besten im Umfeld. Also treffen wir uns einmal mehr mit Freunden, die ähnliche Veränderungen mitmachten und tauschen uns aus.

Mein Tochterkind verbalisierte, dass sie mit beiden Elternteilen zusammen wohnen möchte. Der Sohnemann kann sich sprachlich noch nicht so ausdrücken, aber auch an ihm geht die Situation nicht spurlos vorbei.

Wie darüber reden?

Klar, auf Krümelies Worte eingehen und ansonsten zuhören und Krümel ist immer dabei. Und weiter?

Ich nutze ausgesprochen gerne Kinderbücher als Gesprächseinstieg und würde gerne auch diese als Beispiel nutzen.

Wir besitzen ein Buch, was Familienvielfalt thematisiert. Buchvorstellung hier. Ein wundervolles Buch, was dem Überblick dient und zeigt „schau, es geht auch anders“. DIE EINE richtige Familienform gibt es eben nicht.

Aber in keinem unserer weiteren Bücher ist es „normal“, dass eine Mutter Alleinerziehend ist, dass es Patchwork- oder Regenbogenfamilien gibt. Alle Heldinnen wie Peppa, Conni und Laura leben mit ihren Eltern und dem jüngeren Bruder.  Meine Tochter konnte sich bisher darin wiederfinden. Nun nicht mehr.

Auch beim Lieblingswimmelbuch des Sohnemanns fiel mir auf, dass es nun nicht mehr zu unserem Leben passt.

Können sich die Eltern von Conni und Jakob nicht auch trennen?

Dann würde die bisherige Identifizierungsfigur eine Problemlösestrategie aufzeigen. Oder gibt es das? Und ich weiß es nur nicht.

Gibt es eine Kinderbuchheldin oder einen Helden, bei dem die Familienkonstellation selbstverständlich vom klassischen Modell abweicht?

Die Veränderungen in unserem Leben bewegen die Kinder. Ich möchte ihnen tröstlich ein Buch gebe , in dem sie sich wiederfinden, ihnen zeigen, dass auch das neue Familienmodell gängig  ist.


Was kann ich tun?

Ich frage euch. Die Trennung der Eltern wird nun spürbarer für die Kinder. 

Habt ihr Ratschläge? Eine Buchempfehlung? Kennt ihr Links, die ich lesen kann? Gibt es einen Blogpost dazu, den ich lesen sollte?

Wie und wo zeigt sich Familienvielfalt? Was ist Familie?

Ich würde mich wirklich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen oder Buchempfehlungen mit mir teilen würdet und ein Kommentar hinterlasst.

Anne

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2 Comments

  • Reply Janine 30. August 2017 at 9:41

    Hi, Buchempfehlunge habe ich leider keine. Aber auch ich bin ein Scheidungskind, auch wenn ich schon älter war. Für mich war wichtig, dass keine die andere Seite zum Buhmann macht und besonders von Bedeutung, dass sich die beiden zumindest wenn es um mich geht, austauschen. Auch wenn man getrennt ist, bleibt man durch die Kinder immer verbunden und da muss eine gewisse gemeinsame(!) Richtung einfach sein. Man möchte nicht das Gefühl haben, dass einer böse ist, wenn man zum anderen geht. Da ihr zusammen einkaufen ward und alles zeigt, denke ich, dass ihr auf einem guten Weg seid. Ich wünsche euch weiterhin viem Kraft. Liebe Grüße, Janine

  • Reply Nadine 30. August 2017 at 20:09

    Liebe Anne,
    ich habe schon so lange nicht mehr kommentiert, obwohl ich weiterhin oft und gern bei dir lese. Eure neue Situation ist bestimmt für euch alle vier eine Herausforderung. Aber so ist es mit neuen Situationen ja meistens. Ich bin sicher, ihr bekommt das ganz prima gemeistert. Alles was du schreibst klingt nach viel Umsicht miteinander. Ich schreibe dir jetzt, weil ich selber in einer Regenbogenfamilie aufgewachsen bin und sich in unserem Freundeskreis so verschiedene Familienkonstellationen tummeln. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es Kinder dann selbstverständlich finden, wenn man es selber tut. Wenn man es Ihnen also nicht einfach nur pädagogisch korrekt erklärt, sondern tatsächlich auch selber überzeugt ist, dass nichts „falsches“ oder „unperfektes“ an der Situation ist. Schwierig natürlich nach einer Trennung, wenn man ja meist trotz allem traurig ist, weil wohl niemand vorher plant sich irgendwann zu trennen. Aber das kann man ja dem Kind auch genau so erklären. Und traurig dürfen sie ja auch sein.
    Wirklich schön zu dem Thema finde ich das Buch „du gehörst dazu“ von mary hoffmann. Die verschiedenen Konstellationen werden dort wertfrei und selbstverständlich dargestellt. Meine Kinder (5&10!)mögen es beide sehr. Ähnlich wie dir (und ja auch aus den gleichen Gründen) liegen mir Bücher zum Thema „Anderssein“ auch sehr am Herzen. Die klassischen Kinderhelden leben allerdings auch immernoch in der klassischen Vater Mutter 2 Kinder Familie. Das finde ich auch extrem schade und unzeitgemäß.
    Ich wünsche dir und euch alles Liebe und bin sehr sicher, es wird bald leichter. Ihr habt die beste Basis, um aus der Situation eine Gute zu machen!
    Fühl Dich umarmt.
    Nadine

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