Familienleben

Gute Nacht  

28. September 2017

Schlaf wird überbewertet. Wisst ihr, oder?

Bei dem Thema muss ich gähnen. Trotz routinierter Abläufe gehörte das „Ins-Bett-bringen und dann schlafen die Kinder (allein) bald ein.“ nicht zu unserem Alltag. Es ist keine Kür. 

Meine Kinder sind Nachteulen. Sie haben jeder ein eigenes Bett, schlafen in der Regel aber in einem der Kinderbetten zusammen oder eben im Großen. 2×2 Meter ist es. Ich wusste schon, warum ich es so haben wollte. 

Krümelie muss meist abends (nachts) noch wichtige Gedanken äußern. „War ich auch mal ein Blutkörperchen?“, „Was sind Fehler?“, „Mama, weißt du, …“ oder auch „Ich kann nicht schlafen. Der Mond undmüssen wach sein und die Welt bewachen. Sonst kommen Räuber und machen sie kaputt. Das können nur Kinder, die sind keine Räuber. “ 

Mit einem routinierten abendlichen Ablauf wollen wir für Verlässlichkeit sorgen. Da die Verhandlungen von „noch eine Geschichte“ über Verzögerungstaktiken wie „das Rollo ist zu weit oben oder unter“ bis zu den Klassikern Durst und Harndrang irgendwann für mich enorme Stressfaktoren waren, hielten wir mit Krümelie schriftlich den Ablauf fest. 

Sie äußerte, was ihr besonders wichtig ist und wir hielten zum Beispiel fest, wieviele Mituten vorgelesen wird. Dann ist nämlich die dicke des Buches oder Anzahl der Bücher egal. Wenn die Zeit um ist, ist sie um.

Wir tanzen für Glücksgefühle und Mut 5 Minuten durchs Zimmer. Dabei werden mit Gesten und Geräschen Schutzschilde aktiviert und Stoppschilder aufgestellt und schlussendlich wird „Verstreibungsspray für jegliche angstmachende Dinge“ gesprüht. Es werden mit Handküsschen gute Träume verteilt. 

Die Kinder wählten am Abend also die Schlafstätte. Der Ablauf blieb. 

Und nun? 

Nun ist der Ablauf nicht mehr so routiniert. Es geht mehr um Nähe, mehr um Gedanken, mehr um andere Ängste. 

Nun liegen da manchmal zwei Kinder und wollen nicht/ schaffen es nicht ins Land der Träume. Das Tochterkind betont immer wie langweilig Schlaf sei. Der Sohnemann möchte am Liebsten auf mir nächtigen, was mich irgendwann nervt. 

Nun ist manchmal nur ein Kind da. Das ist Schön, weil es volle Aufmerksamkeit bedeutet, fühlt sich aber nur nach der Hälfte an. 

Nun ist manchmal gar kein Kind da. Ich lese leise in einem Buch. Ich höre Musik oder ein Hörspiel, was mir gefällt. Ich habe Platz und kann meine Decke bis unter das Kinn ziehen. Ich kann ins Bett gehen, wann es mir gefällt und morgens in Ruhe unter der Dusche stehen. Das fühlt sich auch nicht richtig gut an. Ich jedenfalls kann es (noch) nicht genießen. Die Kinder fehlen mir dann. 

Schlaf wird überbewertet. Und Ruhe sowieso. 

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2 Comments

  • Reply Sarah Kroschel 28. September 2017 at 10:24

    Wer einmal gelernt hat, dem Schlaf nicht mehr so viel Gewicht zu geben, der hat auch verlernt zur Ruhe zu finden. Ich habe auch immer das Gefühl, dass etwas fehlt, wenn eines der Kinder plötzlich nicht nach mir ruft. Dann stehe ich auf und gehe gucken, ob alles ok ist. Selbst beim Großen mache ich das immer noch und der schlief von Anfang an in seinem Bett. Ausser er hatte einen Albtraum oder düstere Gedanken. Dann schläft er bei uns. Gleiches gilt für den Kleinen und dann sind da auf einmal diese Nächte, in denen ich froh bin beim Umzug auf ein größeres Bett bestanden zu haben *lach*

    • Reply Anne 28. September 2017 at 21:13

      Hach Sari,
      wie Schön, dass du deine Erfahrungen mit mir teilst.
      Mich bewegt der Schlaf-Ruhe-Zusammenhang. Ich hab grade voll viele Gedanken zu deinem ersten Satz.

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