Lesezeit, Rezension, Werbung

Lesezeit #20 – Wer hat Angst vor Lollo Tollschwoll?

14. Juni 2018

(Vor)Lesemomente schätze ich sehr. Ein Buch zum Festhalten. Ein Grund zum Einkuscheln. Eine Anregung zum Denken und Fühlen.

Für die Kinder und mich schaue ich nach Büchern. Ich suche gezielt nach einem seitenstarken Mehrwert in den Bereichen „Miteinander“, „Vielfalt“, „Anderssein“ und „Ich-Sein“. Diese sammele ich in dieser Reihe namens „Lesezeit

Das folgende Buch ist ein Rezensionsexemplar und ich habe es gewählt, weil uns alle Ängste begleiten und es manchmal schwer ist darüber zureden.

Wer hat Angst vor Lollo Tollschwoll?

Lucille Dubisy * Emma de Woot * orell füssli

Minzel, der Kater von Sanna, ist verschwunden. Sie kann ihn nicht finden. Aus diesem Grund fragt sie umher und hängt „Gesucht“- Plakate auf, die sie Zuhause gemalt hatte.

Zeitgleich macht sich Lollo Tollschwoll auf in den Wald. Doch an Stelle von Pilzen findet Lollo dieses Mal ein seltsames pelziges Ding. Es hockt auf einem Baum, kommt nicht herunter und Lollo nicht heran.

Während Sanna besorgt sucht, geht Lollo ins Dorf und sieht das Mädchen beim Plakate-kleben. Er erkennt das seltsame Ding darauf und rennt aufgregt auf Sanna zu. Sie bekommt Angst. Rennt. Und Lollo hinter her. „Wolloschwollo boholl, moll!“ ruft er. Doch Sanna versteht nicht und rennt…

über Monster(Sprache), Angst und Anderssein

Neben der wundervollen sanften und detailreichen Illustration gefällt mir der Aufbau.

Am Anfang rennt Sanna vor Lollo weg. Warum nur?, fragten die Kinder. Dann nimmt der Handlungsstrang von Sanna die obere Buchhälfte ein. Parallel dazu verfolgen wir in der unteren Hälfte die Geschichte von Lollo. Bis sich die Beiden begegnen.

Angst hätten meine nicht, erklärten sie. Jedenfalls nicht vor Lollo. Obwohl vielleicht hätten sie doch ein bisschen Angst. Vielleicht. Sie kennen Lollo schließlich nicht. Aber er sieht nicht böse aus, sagten sie.

Wir unterhielten uns darüber, wie ein Monster den so aussieht. Was denkt ihr?

Die Geschichte ist spannend. Nervenkitzel für Kinder. Sie mögen das zur Abwechslung sehr gern. Besonders mein Sohn. Er spielte auch „Lollo“ und jagte seine Schwester.

Was ich klasse finde, so als Erzieherin, ist die Sprachanregung. Lollo spricht seine eigene Sprache, die dann mit Sternchen übersetzt ist. Mit vielen „Os“ und „Ls“ dachte sich meine Tochter ihre eigenen Sätze aus und wir überlegten, was das Monster/ meine Tochter so gesagt haben könnte.

Und dann thematisiert das Kinderbuch nicht Grusel und „Buh“, sondern viel mehr den Umgang mit dem Anderen, mit Anderssein.

Lollo Tollschwoll möchte Sanna helfen. Sie versteht nicht und hat Angst. Was macht den Angst? Das Fremde? Das Aussehen? Die Sprache? Warum ist das so? Was können wir tun gegen die Angst?

Was für Ängste haben wir noch?

Fragen, dennen nachgegangen werden kann, und das Kinderbuch bietet einen guten Gesprächseinstieg dazu und ist trotzdem wahnsinnig schön anzusehen.

Und wer hat Angst vor Lollo Tollschwoll?

Anne

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1 Comment

  • Reply Chas 2. Juli 2018 at 6:20

    Its like you read my mind! You seem to know a lot about this, like
    you wrote the book in it or something. I think that you can do with some pics to drive the message home a
    little bit, but other than that, this is great blog.
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