Familienleben, Kreativ&Küche, Reisen mit Kindern

Kaffee, Kultur und Kinder- unterwegs in Neapel

5. August 2019

Dieser Beitrag enthält unbeauftragt Werbung. Die Reise und alles wurde selbstbezahlt und war einfach ein Erlebnis.

Auf, auf und davon. Raus. Weg. Reisezeit, hieß es für uns. Wir waren in Neapel. Keine zufällige Wahl. Vielmehr eine von der Liebe zum Espresso inspirierte. Und die Neapolitaner wissen, was guter „caffè“ ist.

Neben den unzähligen Espressobars bezaubert die süditalienische Stadt mit engen Gassen, Kinderfreundlichkeit, Geschichte, dem Hafen und tollen Ausflugszielen im Umland.

Der Verkehr war gewöhnungsbedürftig. Ein wildes Durcheinander mit viel Hupen. Die Nutzung der Öffis war abenteuerlich. Viele Ecken waren zugemüllt. Heiß war es. Aber der Kontrast von „abgerockt“ und monumental, Neuem und Altem, improvisiert und geschichtsträchtig faszinierte. Erstmal eingetaucht in das bunte Gewusel lässt sich einiges erleben.

öffentliche Verkehrsmittel

Besonders die Fahrten mit dem Bus waren abenteuerlich. Unbekannte Stadt. Einheimische, die lebhaft mit einander sprachen. Keine Ansagen. Dem wilden Verkehr angepasst.

Bei der Metro war es schon einfacher und die Bahnhöfe waren sehenswert durch die „Metro dell`Arte“. Mosaike. Lichtinstalationen. Bei der Station Dante scheint zum Beispiel eine Textpassage des Philosophen in weißem Neonlicht.

Und dann gibt es noch die „Funicolare“. Die tradtionsreiche Seilbahn. Gut wir sind nur unter der Erde gefahren, ein bisschen wie bei der U-bahn. Aber den Kindern hat es gefallen. Schnell. Stufenartige Konstruktion. Eine angenehme Art von einem zum anderen Ort zu kommen.

Mit der „artecard“ konnten wir die Öffis nutzen und hatten freien oder ermäßigten Eintritt bei Sehenswürdigkeiten. Sehr zu empfehlen. Für 3 Tage haben Erwachsene 32€ gezahlt.

durch die Straßen

Wer entdecken will, läuft.

Die Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Dort geht es durch enge Gassen (gemeinsam mit Allerlei Menschen und Fahrzeugen) mit wehender Wäsche an Balkonen, Kirchen, Plätzen, Zugängen in die Unterwelt und (Pizza)Läden.

Von dort lässt sich ebenfalls ein historischer Ortsteil, nämlich „Santa Lucia“, erreichen.

Unsere Wege dort führte vorbei am „Castel Nuovo“ (Stadtmuseum) zum Hafen. Wir entdeckten Badestellen. Eine Willkommene Abkühlung. Beim „Monumento ai Caduti del Mare“ fanden wir eine Art Ministrand. Kein weißer Sandstrand. Grau. Kostenfrei und sehr für Kinder geeignet. Sie konnten dort in einem großen Areal stehen. Mir ging es bis zum Knie. Ein bisschen weiter links oder rechts war schwimmen dann möglich. Durch die Steine muss man ein bisschen gucken und vielleicht wie die Neapolitaner erfinderisch werden und ein bisschen klettern.

Der Hafen generell bot einen tollen Blick. „Mama, das Wasser glitzert so wunderschön.“, sagte das Tochterkind zu mir und sprach mir damit aus der Seele.

Bei unseren Streifzügen freute ich mich über Abstecher in Espressobars. Am Meisten und fanmäßig freute ich mich über Passalacqua. Das Familienunternehmen (1948 in Neapel gegründet und bis heute mit einer modernen Rösterei in der Stadt ansässig) betreibt zahlreiche „Bar Mexiko“s in der Stadt.

Charaktervoll. Original neapolitanisch. Durch lange Röstzeiten sind die Espresso-Mischungen säurearm. Die Bars sind traditionell. Die Baristi tragen Uniform. Die Einrichtung besticht durch Retroschick.

Die Frappes haben nichts mit denen in Deutschland gemein. Ein sehr zu empfehlendes Sommerkaffeegetränk.

Am letzen Abend im Viertel „Poggioreale“ stoppten wir in einer Pizzeria. Ein spannendes Erlebnis. Die Kinder und wir konnten ganz genau die Zubereitung verfolgen. Von Teig wirbeln, schwungvolles Soße verteilen bis zum flackernden Feuer, was die Pizza in kürzester Zeit so lecker macht.

Spielplätze habe ich keine gesehen. Kinderbücher(klassiker) dafür schon.

Und überall gibt es Zeitungskioske. Mit Allerlei Kleinkram für Kinder. Verlockend. Wie das viele Eis. Wir haben den Kindern Taschengeld gegeben, sodass wir nicht immer „Nein“ sagen mussten und die Kids konnten selbstbestimmt handeln, was sie klasse fanden.

unterirdisch und hochhinauf

Wirklich die Gegend lebt von den Kontrasten. An einem Tag waren wir in der Unterwelt Neapels und am Nächsten ging es zum Vulkan Vesuv in luftige Höhen.

Es gibt verschiedene Zugänge in „die Stadt unter der Stadt“. Für uns ging es an der Piazza San Gaetano 10 Meter runter zu den Ausgrabungen des Neapels aus der griechisch-römischen Zeit. Bei angenehmer Kühle tauchten wir ab. Die Ruinen eines „Macellum“ (Markt) erstrecken sich dort. Eine alte Straße. In Verbindung stehende Geschäfte mit Decken, Gewölben, Lichtschächten, mit Ladentischen und „Schaufenster“. Eine Wäscherei. Eine Bäckerei. Erkennbar.

In dem darüberliegenden „Museo dell’Opera di San Lorenzo Maggiore“ wird ein Modell der Region in der Antike und zum Beispiel die Funde der Ausgrabungen (Keramik/Geschirr) gezeigt. Die Kirche „San Lorenzo Maggiore“, die sich ebenfalls über dem alten, einst überschwämmten, Markt befindet, ist beeindruckend. Hat die Kinder nur leider nicht mehr interessiert. Dafür tanzten wir davor zum Gesang mit Gitarrenbegleitung eines Straßenmusikers. Einer der schönsten und ausgelassensten Momente, den ich im Herzen gespeichert habe.

Als wir überlegt hatten, wohin wir Reisen möchten, hatte der Sohnemann geantwortet, dass er zum Mond möchte. Daher haben wir uns gegen einen Besuch der Römerstadt Pompeji und für den ruhenden, aber aktiven Vulkan „Vesuvio“ entschieden. Hoch hinauf. Felsgestein. Kraterlandschaft.

Mit einer Art Regio und dann mit einem Bus ging es auf eine Höhe von 1.080 m. Die restlichen 200 Höhenmeter, spielerisch verpackt in einen Raketenstart, mussten wir zu Fuß gehen. 20 Minuten bräuchte man, wurde uns gesagt. Wir haben locker doppelt so lange gebraucht. Steil. Heiß. Ein atemberaubender Blick. Abwärts war auch nicht ohne. Wir sind mehrmals ausgerutscht. Aber es hat sich gelohnt.

Wirklich die Aussicht war mega toll. Und die Kinder waren vom Vulkan beeindruckt. Und haben ein „Mondtier“ und wunderschöne Steine entdeckt. Und sie waren begeistert, weil sie ein Fernrohr dabei hatten. Und die Ausruhzeit im Bus war auch sehr willkommen.

Reisen mit Kindern

Neapel als Reiseziel muss man mögen. Besonders zu dieser Jahreszeit bzw. Ende Juli. Es waren jeden Tag über 30 Grad. Als Ort zum Entspannen würde ich die Stadt nicht sehen. Mehr als Erlebniserfahrung. Laut. Hektisch. Kontrastreich. Abenteuerlich. Mit eben Ausflugszielen in der Region Kampanien. Allerdings gibt es eben auch Orte wie den Hafen, wo man ins Wasser springen und pausieren kann.

Bei vielen Kaffeebars gibt es Eis, sodass auch dort ein Moment der Ruhe mit Kindern und Kaffeegenuss möglich ist.

Lebensfreude und Leichtigkeit lässt sich auf jeden Fall in Neapel erleben und kinderfreundlich sind die Neapolitaner. So jedenfalls unsere Erfahrung und unser Hotel war in einer nicht sehr touristischen mehr authentischen Gegend. Und wenn man das Gefühl hat, dass die Kinder nicht stören, werden Eltern auch ruhiger. Oder?

Wer Lust aufs Reisen mit Kindern hat, muss ja nicht Neapel sein, der kann sich den Ratgeber von „World for Kids“ zur Hand nehmen. Ein echter Mutmacher, der hilft bei der Vorbereitung. Wann? Wohin? Auf welche Art? Wo und wie schlafen? Diese und mehr Fragen beantworten elf reisefreudige Blogger*innen. Daneben gibts praktische Tipps und Packlisten. Vom Wandern, Wartezeit überbrücken bis Reiseapotheke. Punkte wie „So kann Kultur mit Kindern Spaß machen.“ und Nachhaltigkeit werden behandelt.

Wir konnten viele schöne Momente in unseren Herzen speichern, ein Stadt und ihre Menschen kennen lernen, Kaffee probieren und haben einen Vulkan bestiegen. Ich mag dieses Gefühl von „Oben ankommen“ und der Blick war fantastisch. Wir wissen jetzt, dass eine ruhigere Gegend auch nicht schlecht wäre. Die Kinder aber für Abenteuer zu haben sind.

Wart ihr im Sommerurlaub unterwegs? Wohin hat es euch verschlagen? Kennt ihr dieses Fernweh? Und habt Tipps?

Anne

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