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zur Kampagne „Schule muss anders“

30. August 2021

Die Berliner Bildungspolitik verwaltet Missstände. Seit Jahren. In erster Linie den Personal- und Platzmangel.

Besonders problematisch wurde das im Jahr 2017 bis 2018 Eltern und viele Menschen verschiedener Berufsgruppen im Bereich der frühkindlichen Bildung aktiv wurden. Im Mai 2018 demonstrierten sie wegen fehlender Kitaplätze und für besserer Betreuungs- und Bildungsqualität und damit nicht genug.

Auch die Tarifverhandlungen im Winter 2019 zeigten deutlich die fehlende Wertschätzung für die Arbeit – nicht nur finanziell – sowie die problematischen Rahmenbedingungen. Die Situation an Schulen spitzte sich auf die gleiche Weise ebenfalls zu.

Nun stellt sich mir die Frage: Was wird wohl mit den Kindern, für die es 2017/2018 so gar keine Kitaplätze gab?
Volle Klassen gibt es jetzt schon. Tausende fehlende Lehrkräfte, Erzieher*innen und andere Fachkräfte allerdings auch.

Wie sollen Schulen gute und inklusive Lernorte sein, wenn so manches Gebäude in einem fragwürdigen Zustande ist, es an Ausstattung, Personal und damit Zeit fehlt und gleichzeitig der Fokus auf den Defiziten der Lernenden liegt?

Wobei die Corona-Zeit weitere Schwachstellen offenbarte (Stichwort Digitalisierung) und die Chancengleichheit und Teilhabe noch erschwerter wurde. Die Anforderungen werden steigen.

Die Kampagne „Schule muss anders“ will die Bildungspolitik, welche nur Löcher stopft anstatt sich der Thematik umfassend anzunehmen, nicht weiter hinnehmen.

Eine Ausbildungsoffensive, der Einsatz von zusätzlichen unterstützenden Berufsgruppen, mehr und ausbildetes Personal, mehr Zeit für Beziehungs- und Teamarbeit und eine unabhängige Beratungs- und Beschwerdestelle gegen Antidiskriminierung und für schulische Teilhabe wird gefordert, was verbindlich im nächsten Koalitionsvertrag verankert werden soll, um die Umsetzung einzuleiten.

Am Samstag (28.8.2021) wurde darum in Berlin Mitte demonstriert.

Die Kinder und ich waren vor Ort, aber sehr am Rand, hinten oder mit sehr viel Abstand dabei. Die Kinder demonstrieren nicht zum ersten Mal mit, aber dieses Mal wurde es bald zu viel. Statt zu bleiben, gibt es einen Blogtext.

Ich denke: Wenn die Rahmen- und Arbeitsbedingungen verbessert werden, können auch neue Formen des Lernens eingeführt werden (Warum muss es so oft Frontalunterricht sein?), für manches Problem (vorallem zwischenmenschlich, durch fehlenden Austausch/Wissenslücken entstanden) ließen sich kreativere Lösungen finden und die Stärkung der Stärken (Könnte sich das Notensystem vielleicht ändern?) & der Persönlichkeit (Könnten vielleicht lebensnahe Kompetenzen von Kreativität bis Umgang mit der Bürokratie geschult werden?) könnte viel selbstverständlicher umgesetzt werden.

Wieviele Finger wohl schnippen müssen, damit die Bildungspolitiker*innen handeln?

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