Ullrich-Turner-Syndrom

Kinderwunsch und Turner-Syndrom #2 Eizellenspende

15. Januar 2015

Der zweite Teil

Der erste Teil kann hier gelesen werden.
Die liebe Daniela übernimmt das Wort. Vielen Dank für deinen Bericht.

Unser Weg zu Melina

Durch den Kontakt zur Selbsthilfegruppe UTS
in Stuttgart hörte ich von der Idee, ein Buch über UTS herauszubringen. Die
engagierte Mama einer betroffenen Tochter hatte über die Gruppe um Mithilfe zur
Realisierung ihrer Idee gebeten.  Der
Bitte, durch persönliche Beiträge dieses Buch mit Leben zu füllen, kam ich
gerne nach. Und durch den Kontakt zu dieser Mama entstand auch die Idee, hier im
Blog von einem Thema zu berichten, dass hoffentlich auf reges Interesse stößt –
Eizellenspende nämlich.
Nun erst mal zu meiner Person: Ich bin
Daniela, 30 Jahre alt und ebenfalls vom UTS betroffen.  Seit meiner Geburt gibt es die Diagnose, die
weiteren Auswirkungen beeinträchtigten jedoch in keinster Weise meine Kindheit.
Als 3. Tochter meiner Eltern wuchs ich auf wie meine beiden Schwestern auch.
Bis auf die öfteren Kontrolltermine beim Arzt hat mich gefühlt nichts von
anderen Kindern unterschieden. Nur dieser eine Punkt schlummerte immer in
meinem Innersten, seitdem ich im Kindesalter davon erfuhr: Ich kann keine
eigenen Kindern bekommen und somit keine eigene Familie gründen!!!
Dies konnte und wollte ich aber nicht
hinnehmen und informierte mich mit zunehmendem Alter immer konkreter über
Alternativen. Irgendwann war klar, dass der erfolgversprechendste Weg zum
eigenen Kind nur über eine Eizellspende sein würde. Von Anfang an war mir auch
klar, dass dies in Deutschland nicht möglich sein wird und, dass es teuer sein
wird. Aus diesen beiden Gründen nahm ich zunächst für viele Jahre von dieser
Methode wieder Abstand.
Es durfte sich allerdings herausstellen,
dass ich im Juni 2011 auch den richtigen Partner für eine Familiengründung
kennen lernte. Einmal das Thema Kinderwunsch und die damit verbundene
Problematik angesprochen, war nicht mehr die Frage OB wir eine Eizellspende
durchführen lassen, sondern nur noch WO ein Thema. Spanien und Tschechien
standen zur Auswahl. Für Tschechien hatten wir uns entschieden aus zwei ganz
praktischen Gründen: der Weg dorthin ist näher und die eigentliche Behandlung
günstiger. Im Internet war schnell eine grenznahe ¨Niederlassung¨ eines
landesweiten Klinikverbundes gefunden. Am 17.12.12 fuhren wir dann zu einem
Erstgespräch dort hin. Wir waren uns sicher einen Versuch starten zu wollen,
uns ging es bei dem Termin mehr um die konkreten Rahmenbedingungen. Sämtliche
erforderliche Voruntersuchungen hatten wir durchführen lassen. Wir waren sogar
einer Empfehlung auf der Homepage der Klinik gefolgt und hatten bereits zu
diesem ersten Termin eine Anzahlung für die Behandlung im Gepäck. Nach einem
ersten guten Eindruck der Klinik ließen wir diese Anzahlung auch direkt dort,
denn nur so konnte die Suche nach einer geeigneten Spenderin beginnen. Zudem
regelten wir alle weiteren bürokratischen Angelegenheiten, die nun mal zu einer
solchen Behandlung dazu gehören.
Es folgten Wochen des Wartens.  Bis Anfang Februar 2013 die Nachricht kam,
dass eine geeignete Spenderin gefunden sei. Dies hieß für mich mit Beginn des
nächsten Zyklus meinen Körper medikamentös auf das Kommende vorzubereiten.
Anfang März 2013 fuhren wir also ein zweites Mal nach Tschechien. Die
Spermienabgabe meines Partners und die Eizellentnahme bei der Spenderin
erfolgten am gleichen Tag, so dass eine ¨frische¨ Befruchtung stattfinden
konnte. Es war ein Mittwoch. Am darauffolgenden Montag war es dann für mich
soweit. Ich durfte mit Hilfe der tschechischen Ärzte zwei winzige, befruchtete
Eizellen in meinem Körper willkommen heißen.
Eine der beiden Eizellen nistete sich fest
ein und wuchs und wuchs. Sicherlich auch mit Hilfe der Medikamente, die in den folgenden Wochen meine ständigen
Begleiter waren. Ich durfte eine weitestgehend problemlose Schwangerschaft
erleben und am Ende der 40 Wochen hielten wir das pure Glück in Form unserer
gesunden Tochter Melina in den Händen.
Wer das hier jetzt gelesen hat und sich
weiter zu diesem Thema austauschen möchte darf sich gerne melden.
Grüße Daniela
Wer sich mit Daniela austauschen möchte, mailt an xmalandersuts@gmail.com
Die Nachricht wird dann weitergeleitet.  

You Might Also Like

1 Comment

  • Reply Freitagslieblinge am 16. Februar   - x-mal anders seinx-mal anders sein 16. Februar 2018 at 21:21

    […] Berlin. Beim Thema „Eizellenspende“ bin ich sehr zerrissen. Ich kenne Frauen mit Ullrich-Turner-Syndrom, die sich ihren Kinderwunsch in Tschechien erfüllt haben. Erkenne aber auch, was ethisch daran bedenklich […]

  • Leave a Reply

    Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

    Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

    Schließen