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Inklusion und die pränatale Suche

30. Oktober 2015

Gestern füllte ich ein Anmeldeformular für eine Fachtagung aus. Ich war begeistert, als ich von der geplanten Veranstaltung las. Es sollte um Pränataldiagnostik und Inklusion gehen.  

Ein wichtiger Themenkomplex und ein Spannungsfeld, wie ich finde. Ganz vereinfacht ausgedrückt sind meine Gedanken dazu: Falsche „Nutzung“ der Diagnosemöglichkeiten oder unempathische Aufklärung machen einen Teil von Inklusion unnötig. Eine Gruppe zu Inkludierender wäre ausradiert. Jene, die von Geburt an als behinderte Menschen gelten, gäbe es also nicht. Sie könnten nicht in den Genuss von Inklusion kommen. Oder müssten es nicht. 

Die Vorstellung, wie ein Mensch und die Gesellschaft zu sein hat, beeinflusst das Vorgehen dabei. Es fängt doch bei der Frage an, welche Untersuchungen in der Schwangerschaft angeboten werden und welche von der Schwangeren wahrgenommen? Wäre unsere Gesellschaft offen für Menschen, die behindert sind, die nicht der Norm entsprechen, die individuelle Bedürfnisse haben oder Hilfsmittel brauchen, wäre jeder Mensch willkommen, so wie er ist, bräuchten wir dann Bluttests? Sie können keine gesundheitsförderlichen Konsequenzen haben. 

Inklusion steht meiner Meinung nach für Gemeinschaftlichkeit. Es bedeutet, dass jeder ein Teil des Ganzen ist. Jeder ist, wie er ist und gemeinsam wird an einem Strang gezogen. Jeder setzt seine Kräfte so ein, wie er kann. Stärken werden genutzt. 

Dabei muss ich nicht alles kennen, können und verstehen. Niemand ist ohne Fehler. Ich kann auch vorsichtig auf Neues zu gehen. Ich kann auch skeptisch sein. Grade weil ich nicht alles kennen kann. Jeder hat das Recht seine Entscheidung zu treffen. Jeder hat ein Recht auf Sein. Deswegen muss ich nicht jeden Menschen mögen. Ich muss jedoch das Sein respektieren und ein Auskommen ermöglichen. Die Gefahr  des pränatalen Bluttests ist sein selektiver Charakter, der Sein und Auskommen verhindert.

Die Präntaldiagnostik kann den Beginn eines Lebens begleiten, manchmal auch retten. Vielleicht aber auch verhindern. Ich hätte gerne mehr erfahren. Ich hätte gerne Neues gelernt. Ansichten gehört. Das geht jedoch nicht, weil diese Fachtagung nicht stattfindet. Vielleicht wird sie erneut angeboten. Vielleicht. 

Warum interessieren sich nicht genug Teilnehmer dafür? Ist der Weg schon so vorgezeichnet? Gibt es keine Alternativen mehr? 

Dies ist die zweite Veranstaltung, die auf Grund von mangelnder Teilnehmer nicht stattfindet. Ich wollte ein Tagesseminar mit dem Titel „Kinder mit Behinderungen: Zwischen Teilhabe und Ausgrenzung“ besuchen. In Kindergartengruppen zeigt sich die große, weite Welt im Kleinen. In einem geschützten Rahmen lässt sich lernen. Gemeinsam. Doch dabei gibt es Dinge zu beachten. Herausforderungen. Ein Austausch darüber wäre sinnvoll. Ich würde ihn mir wünschen. 

Was ist Inklusion? Was macht sie? Wofür steht sie? 

Diese Darstellung?

Abfotografiert von Seite 7 der Ausgabe 3 2015 von „zukunft jetzt“ Das Magazin der Deutschen Rentenversicherung

Was bedeutet Inklusion für dich? 

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1 Comment

  • Reply Lesezeit #8 - Irgendwie Anders - x-mal anders seinx-mal anders sein 22. September 2017 at 7:07

    […] zusammen ausgegrenzt. Da sind sie zusammen am Rande der Gesellschaft. Ist doch blöd. Und unter Inklusion verstehe ich etwas anderes, obwohl das Wort noch nicht ausreichend mit Inhalt gefüllt […]

  • Leave a Reply

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