Alleinerziehend, Familienleben

im Flur 

18. September 2017

„Ich will bei Papa bleiben.“, sagte das Tochterkind und stampfte mit dem Fuß.

Und ich muss schlucken und habe mit mir zu tun. Es berührt mich. Es ist super anstrengend nicht genervt zu sein. Nicht traurig zu sein. Nicht genervt zu sein, weil es mich traurig macht.

Dieses Gefühl, dass ich den Kindern nicht gerecht werde. Diese Gefühl, dass ich nicht gut genug bin. Kann das bitte jemand abholen.

Ich habe keinen Bock mehr auf den SCH***.

Natürlich möchte Krümelie mit ihrem Papa zusammensein. Natürlich möchte sie keine Übergange. Keine Veränderung. Sie möchte Halt. Wir sollen zusammenwohnen. Sie genießt die Zeit mit ihrem Papa. Die soll nicht enden.

Tränen kullerten. Ablenkung half nicht. In den Arm nehmen wurde abgeleht. Verständnisvolle Worte werden weggeschluchzt. Dieses einfühlsame Aushalten kotzt mich an. Ich bin angespannt.

Meine Freundin sprach von Ego. Mein Mutterherz hat zu tun. Bedingungslose Liebe ist nicht so einfach.

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7 Comments

  • Reply Sarah Kroschel 18. September 2017 at 9:57

    Ich würde ja jetzt gerne sagen „Kopf hoch“; aber es wird sicher noch eine Zeit lang so bleiben. Aber ich denke nicht, dass du deinen Kindern nicht gerecht wirst. Kinder können das einfach alles noch nicht so verstehen und beurteilen und du machst das toll. Also vielleicht doch ein bisschen Kopf hoch und fühl dich gedrückt.

    • Reply Anne 18. September 2017 at 15:05

      Liebe Sari, vielen Dank für deine Worte. ?

  • Reply Caro 18. September 2017 at 17:55

    Ich bin die neue Freundin von einem Papa mit Kind und kenne die Situation aus einer anderen Perspektive. Was ich aus meiner Erfahrung sagen kann ist, dass ein guter Kontakt und ein gutes Verhältnis zwischen Mama, Papa und eventuell neuen Partnern das A und O ist. Wenn du freundschaftlich mit deinem Ex umgehen kannst, hast du keine Eifersuchtsgefühle mehr. Und ich kann dir sagen: Es sind Eifersuchtsgefühle und die hab sogar ich als dritte Partei, denn auch mein Verhältnis zum Kind ist super gut. Nach einer Weile kann man diese Gefühle fast abstellen und sich eher drüber amüsieren, wenn das Kind mal wieder versucht, die Parteien gegeneinander auszuspielen. Wo es gerade noch hieß: „Du bist so gemein, bei Mama darf ich das aber.“ ist 5 Minuten später das Bein dick, weil man sich verabschieden muss und es wieder zur Mama geht. Wir haben allerdings die Situation, dass sich die kleine Maus kaum bewusst an ein Leben „davor“ erinnern kann. Somit kommen auch die „Warum könnt ihr nicht zusammen wohnen und ich nicht euch beide immer um mich haben“ nur sehr selten auf. Das hat aber sicher auch etwas damit zu tun, dass wir alle dann immer gut mit dem „Hey, dann hättest du ja Caro nicht“ kontern können. Also noch mal: Übersteh die aktuell blöde Situation. Es wird besser! Am wichtigsten ist, dass du immer offen und ehrlich bist und deinem Kind auch erklärst, warum dich solche Aussagen verletzen. Kinder können das sehr gut verstehen. Lass deine Gefühle zu. Wenn es dich traurig macht: weine! Dein Kind wird dich fragen was los ist und deine Situation viel besser verstehen können.

    • Reply Anne 18. September 2017 at 19:11

      Wow. Vielen Dank für deine Perspektive, Caro. Eine gute Balance ist wichtig. Freundschaftlich finde ich schwierig, aber versteh, was du meinst. Wohlwollend und nicht missgünstig. Vorallem ist die Situation mit den Kindern losgelöst von der Paarbeziehung. Und das Plus Caro klingt doch so als würdet ihr gut damit leben. Das macht mir Hoffnung.

      Es wird besser. Es wird Alltag. Und wir müssen eben aufpassen, dass sie uns nicht ausspielen. Es wird… Zehrend ist es trotzdem.

  • Reply Alltagsheldin 18. September 2017 at 22:59

    Puuuh… I feel you ((( ))) auch wenn es bei uns Jahre her ist und mittlerweile ganz anders ist. Aber die erste Zeit, die ersten Jahre sind zeitweise hart.
    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft das durchzustehen. ❤

    LG,
    Tanja

    • Reply Anne 19. September 2017 at 6:33

      Ich danke dir für deine Worte, Tanja.

  • Reply Müdigkeit, mein Freund - x-mal anders seinx-mal anders sein 31. August 2018 at 8:31

    […] vom klassischen Familienmodel weichst du nicht mehr von meiner Seite. Du warst da. Hast geduldig im Flur gewartet. Hast das duselige Herz milde belächelt. Hast dich verlockend in mein Kissen gebettet und […]

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