Gedanken

Beziehungen 

9. Dezember 2017

Aus dem Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry: 

 „Nein“, sagte der kleine Prinz, „ich suche Freunde. Was heißt ,zähmen‘?“

„Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache“, sagte der Fuchs. „Es bedeutet: sich vertraut machen „

„Vertraut machen?“

„Gewiß“, sagte der Fuchs. „Du bist für mich noch nichts als ein kleiner Knabe, der hunderttausend kleinen Knaben völlig gleicht. Ich brauche dich nicht, und du brauchst mich ebensowenig. Ich bin für dich nur ein Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst, werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt. Ich werde für dich einzig sein in der Welt …“

„Ich beginne zu verstehen“, sagte der kleine Prinz. „Es gibt eine Blume … ich glaube, sie hat mich gezähmt …“

„Das ist möglich“, sagte der Fuchs. „Man trifft auf der Erde alle möglichen Dinge…“

„Vertraut machen“. Beeindrucken. Eindruck machen. Neues erfahren. Zusammen wachsen. Erfahrungen teilen. In Beziehung treten. 

Der Mensch ist so gestrickt, dass er sich auf andere Artgenossen bezieht und Verbindungen eingeht. 

Und was wäre das für ein Leben, wenn wir nur bedeutungslose Begegnungen in unserem Alltag an uns vorbei ziehen lassen würden? 

Beziehungen sind das Salz in der Suppe des Lebens. Auch wenn das bedeutet, dass wir das Risiko eingehen, dass wir schmerzhafte Erfahrungen machen. 

Ich bin dankbar für Menschen, die mich gezähmt haben. Für Menschen, die Spuren hinterlassen haben. Für Beziehungen, die ich einging. Für Beziehungen, die sich trennten. 

Einzigartigkeit spühren. Besonders sein. Wert haben. Sich selbst mit und in den Augen eines Anderen sehen. Mit dem Anderen seinen Blick schärfen. 

Sich selbst zähmen?! 

„Einzig sein“ und die Fähigkeit, dass Beziehungen eingegangen werden können… 

Wir haben es in der Hand. 

Anne 

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3 Comments

  • Reply Jochen 9. Dezember 2017 at 23:22

    Ein wahrlich wunderschönes Zitat aus einem wunderschönen Buch von einem wunderbaren Menschen.

  • Reply Lebensbilder statt Krankheitsbild #133 mit Wochenende in Bildern  - x-mal anders seinx-mal anders sein 10. Dezember 2017 at 20:14

    […] so gemütlich. Dem Tochterkind ging es zusehens schlechter. Ich wachte neben ihr und dachte über Beziehungen nach und blogge […]

  • Reply Worte an den Verfasser des kleinen Prinzen  - x-mal anders seinx-mal anders sein 28. Dezember 2017 at 19:08

    […] Wenn ich sie richtig verstehe, entsteht Einzigartigkeit nur durch Beziehung.Wir selbst können beeinflussen, gar bestimmen, was oder wer für uns bedeutend ist. Zuwendung, das Knüfen eines Bandes schafft Vertrautheit. Und wenn wir wahrnehmen und eingehen, dann begegnet uns nicht Ein- oder Gleichheit sondern wir erkennen Besonderheit und Merkmale, die nicht ein zweites Mal existieren. […]

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