Gedanken, Pränataldiagnostik

Weitertragen

11. April 2018

Kennst du dieses Gefühl, wenn du getragen werden möchtest?

Unsicherheit. Erschöpfung. Aufregung. Unbekanntes. Manchmal möchten wir auf das Wissen und die Stärke von Anderen bauen.

Wir möchten das Gefühl haben, dass wir nicht alleine sind. An Zuversicht gewinnen. Schaffen.

Kompetenz soll weitergetragen werden.

Fragezeichen im Kopf formieren sich in den verschiedensten Lebensbereichen – rund um das Thema Schwangerschaft und Geburt zum Beispiel und dabei überschlagen sich hormonell bedingt die Gedanken gerne auch noch.

Doch auf Rat und Tat einer Hebamme müssen Frauen in Deutschland immer öfter, viel zu oft, verzichten. Die Geburtshilfe steckt wie die Kindergärten in einer enormen Krise.

Auf den Anfang kommt es an, zählt heutzutage nicht mehr.

Das Wissen über die normalen und natürlichen Vorgänge, sichere Geburt, die Veränderungen des Körpers oder die Pflege des Neugeborenen sollte von Fachfrauen an Schwangere, Wöchnerinnen und an (werdende) Eltern weitergegeben werden können.

Wir brauchen Hebammen! Für eine kompetente Versorgung&Begleitung und Wahlmöglichkeiten.

Daher soll aus Wut-, Klage- und Dankesbriefen, der längste Brief der Welt werden, welcher dann als Schriftrollen-Mahnmal auf dem Schreibtisch der Politik landet.

#deinbrieffürhebammen

Mit dem Weltrekordversuch machen sich Mira Mondstein (http://miramondstein.de), Deva Wallow (http://familymag-media.de), Rena von Rundfux (www.rundfux.de) und Kristina Lutilsky (www.mamylu.de) Stark für Hebammen und auf die Probleme der Geburtshilfe aufmerksam.

Bis 31. August 2018 können handschriftliche Briefe teil der Aktion und somit die Dringlichkeit deutlicher werden. Mehr Informationen dazu findet ihr unter http://storchenfonds.org

Kompetenz nach pränataler Diagnose

Wie selbstverständlich gehen wir von gesunden Bauchbewohnern und friedlich schlafenden Neugeborenen aus. Was aber ist, wenn es anders kommt als erträumt?

Lesung und Buchvorstellung

Wie ist das, wenn wir Menschen suchen und brauchen, die mit uns tragen oder wie wir getragen haben?

Wo können wir ansetzen? Mit einem Buch?

Während sich draußen das Dunkel der Märznacht langsam ausbreitete, nahm Kathrin Fezer Schadt ihr Buch Lilium Rubellum zur Hand.

Sie saß neben Carolin Erhardt-Seidl. Vor ihnen lag das gemeinsame Werk „Weitertragen“.

Sie saßen auf einer Bühne beim gut besuchten Berliner Symposium zu Palliativversorgung und Trauerbegleitung in der Neonatologie.

Jedes Mal aufs Neue empfinde ich das kleine rote Buch als eindringlich und berührend. Keine Rezension dazu schrieb ich hier.

Bei 23+ 5 musste ich schlucken. Konnte das Tränchen wegwischen. Dachte an mein Tochterkind. Und war dankbar für meine zwei Wunder.

Der Tod gehört zum Leben dazu. Er darf kein Tabuthema sein.

Derzeit existiert kein einheitlicher Qualitätsstandard für die Mitteilung einer pränatalen Diagnose sowie für die Beratung und Begleitung danach.

Einen Ansatz, um diese Lücke zu schließen, haben Kathrin Fezer Schadt und Carolin Erhardt-Seidl geschaffen. Um zu diskutieren. Um Tabus zu lösen. Für Bewusstsein.

Nach Verlagssuche, ausgiebiger Recherche und viel sowie langjährigem Erfahrungsaustausch mit Eltern und Fachkräften gibt es nun das gemeinsame Buch.

Die Autorinnen geben Eltern, Angehörigen und Fachpersonal einen Begleiter an die Hand, sodass ein eigener Weg gefunden werden kann, sodass andere Erfahrungen erlebbar und emotionale Kompetenzen gestärkt werden.

In 4 Hauptkapiteln geht es um Diagnose&Entscheidung, Schwangerschaft, Geburt und dann um die Kinder (also Sternen-, Erden und Folgekindern).

Kein Pro PND. Kein Contra Abtreibung. Kein Schwarz oder Weiß. Fundierte O-Töne. Weitergetragendes Wissen. Interviews. Gänsehaut.

Ich lese noch in diesem umfangreichen Buch, meinem Rezensionsexemplar und werde zu einem späteren Zeitpunkt davon berichten.

Das Buch „Weitertragen- Wege nach pränataler Diagnose“ kann ein wichtiger Begleiter sein für alle Beteiligten, wo die Geburtshilfe in Deutschland sowieso so schlecht aufgestellt ist.

Ebenso stellt sich auch mit diesem Werk eindringlich die Frage „Welchen Wert hat ein Leben?“. Die Pränataldiagnostik eröffnet Möglichkeiten. Doch was fangen wir damit an?

Wo sich hinwenden? Kein Buch der Welt wird den menschlichen Kontakt ersetzen. Aber es kann helfen Fragen zu stellen, Ideen oder Verständnis zu entwickeln und Anhaltspunkte schaffen.

Kathrin Fezer Schadt und Carolin Erhardt-Seidl bündeln für uns auf 332 Seiten Wissen und Erfahrungen.

Weitertragen. Austragen. Entscheiden. Mit Kompetenz an der Seite. Getragen.

Wie wäre es mit Hoffnung?

Hoffnung für den Berufszweig „Geburtshilfe“. Hoffnung für Hebammen. Hoffnung für Schwangere.

Hoffnung, die weitergetragen wird. Hoffnung, die weitertragen lässt. Hoffnung, die mit entscheidet.

Anne

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