Diagnose, Familienleben, Top, Werbung

Jubeltag mit Geburtstagsfreude, Stadtspiel und Geborgenheit

24. Juni 2018

Werbung

22. Juni. Freitag. 23:27 Uhr. 3 Kinder schlafen. Ich streiche das Kleid glatt. Das Geburtstagskleid ist Tradition geworden. Ich schaue auf den kleinen Tisch. Ich habe Samt darüber gelegt. Goldenen. Die Krone steht. Die Kerzen sind aufgereiht. Die Girlanden hängen. Im Kühlschrank steht ein Törtchen. Geziert von zwei weiblichen Hauptdarstellerinnen. Sie sind allgemein bekannt

Ich schaue zurück und bin stolz. Auf mich. Auf uns. Auf das Geburtstagskind.

23. Juni. Samstag. 0:03 Uhr. Vor 6 Jahren war es auch ein Samstag, denke ich. Ich freue mich. Auf das Gesicht. Auf einen schönen Tag. Wir werden singen. Das Erste am Morgen wird sein, dass wir singen, denke ich und lösche das Licht.

4:20 Uhr. Eine Stimme. Dämmerlicht. Das Tochterkind steht vor mir. Sucht etwas. Ich stehe auf. Drücke sie. Suche mit. Kurze Zeit später liegen wir zusammengekuschelt im Bett.

5:20 Uhr. Eins der Besuchskinder ist wach. Im Halbschlaf ahne ich, was gleich kommen wird. Ich irre nicht. Geflüster. Kichern. Bettdecken rascheln. Getuschel. Gekicher.

5:39 Uhr. Wir stehen auf. Wir singen. Ich gähne. Ich lächel.

5: 55 Uhr. Ich mache Fotos. Papier liegt herum. Krümelie freut sich. Der Lautstärkepegel steigt. Staunen. Ich gähne. Mache Kaffee und dann auch Frühstück. Die Kinder wollen sich anziehen. Die Gäste Kostüme. Das Tochterkind ihr Kleid. Sachen fliegen aus Rucksäcken. Zahnpasta landet auf dem Boden. Türen gehen auf und zu. Das Tochterkind strahlt. Die Kinder wolle Seifenblasen pusten. Sie lachen. Rufen sich gegenseitig. Ein Zauberstab wedelt herum.

9:14 Uhr. Geplauder bevölkert die Wohnung. Aufregung liegt in der Luft.

9: 26 Uhr. Das Törtchen steht bereit. Die Kerzen brennen. Das Tochterkind holte tief Luft. Sie weiß, wie es geht. Ich frage sie: „Hast du dir etwas Schönes gewünscht?“. Sie lächelt. Verrät nichts. Wünsche müssen ausgesprochen werden. An Geburtstagen ist das anders, erklärt sie mir. Gabeln kratzen über Teller.

Wir verabschieden die Besuchskinder und machen uns mit einer befreundeten Familie auf den Weg.

Schnitzeljagd

Wir schenkten dem Tochterkind ein bisschen Berlinerleben via Stadtspiel. Los ging es am Alex. Die Kinder rufen immer euphorisch, wenn sie den „Fernsehnturm“ sehen. Wahrzeichenliebe.

10:47 Uhr. Der Wind pfeift. Der Himmel ist wolkiggrau. Die Kinder sind aufgeregt. Reden. Rennen. Es geht los. Krümelie öffnet den ersten Umschlag.

11: 16 Uhr. Tiere am Neptunbrunnen – ich war schon oft da – sie sind mir nie richtig aufgefallen.

11: 25 Uhr. Geheimnisvolle Wege. An der Spree. Unter der Straße durch. Tschüß Marx und Engels.

11: 36 Uhr. Mein Vater erzählte mir früher, dass es Glück bringt in die Spree zu spucken. Das machen wir. Treffen keinen Ausflugsdampfer.

„Ick steh uff die Brücke und spuck uff’n Kahn, da freut sich de Spucke, dass se Kahn fahr’n kann.“

Berliner Spruch

11:46 Uhr. Wir liefen. Wir laufen. Reden. Lösen Aufgaben. Zählen. Das Tochterkind ist voll dabei. Die Jungen staunen an der Oper. Eine Pferdekutsche kommt an uns vorbei. Straßenmusik weht durch die Luft.

12:48 Uhr. Wir machen einen Abstecher. Naschen Schokolade. An Jubeltagen ist das okay, finden alle.

13:36 Uhr. Am Brandenburger Tor warten viele Menschen auf die Stones. Das Tochterkind hüpft vor Freude. Sie findet unser Ziel großartig. Bald wollen wir die Goldelse besuchen.

Den letzten Weg begehen wir nicht. Die Kinder wollen lieber Doppelstockbus fahren. Sind erschöpft. Zuhause wartet noch Kuchen.

15:57 Uhr. Zuhause. Ich lese die Informationen zu den Sehenswürdigkeiten. „Da waren wir doch.“, stellte Krümelie fest. „Und da auch.“ Es hat Spaß gemacht. Finden alle. Ein schönes Geschenk.

noch mehr Geburtstagsfreuden

16: 22 Uhr. Krümelie beschäftigt sich mit ihren Geschenken. Krümel ist neugierig.

17:18 Uhr. Wir sitzen am Tisch. Die Kinder experimentieren mit Farben via Regenbogen von Kosmos. Sie mischen. Tropfen. Spritzen. Kleckern. Sind vertieft. Ich erlebe das gern. Konzentriert, aber entspannt.

18: 29 Uhr. Wir schauen einen Film. Kuscheln auf dem Sofa. Essen Melone. Ich gähne. Die Kinder auch.

20: 01 Uhr. Wir wandern ins Bett. Lesen die geschenkten Bücher. Krümel hüpft auf dem Bett. Krümelie muss noch dies und das.

Geborgenheit

21:08 Uhr. Ich liege zwischen Krümelie und Krümel im Bett. Die „Musikmaschine“ – das liebste Geburtstagsgeschenk – hängt am Strom. Die blauen Kopfhörer liegen auf dem Fensterbrett. Ich streiche über krauses Haar. Ich gähne.

Ich jubel. Es war eine schöne Feier. Ein schöner Tag. Ich singe morgen einfach weiter „Wie schön, dass du geboren bist.“, denke ich.

22:00 Uhr. 2 Kinder schlafen. Ich bin doch noch sentimental. Wische Tränen weg. Denke an das, was war. Was hätte sein können. In der Schwangerschaft erfahre ich durch die Suchmaschine, dass 95% der betroffenen Föten im Mutterleib versterben. An anderer Stelle stand etwas über 2%, die überleben. Ungefiltert und ohne Zusammenhang eine verstörende Nachricht. Eine beängstigende. Ich mag dem keinen Raum geben. Ich jubel lieber. Flüstere: „Ich hab dich lieb.“.

Ich jubel wirklich. Kennt ihr dieses Gefühl als hättet ihr es dem Universum gegeben? Meine Tochter ist großartig. Scheiß auf die Eventualitäten. Scheiß auf die Statistik.

22: 22 Uhr. Ich schmunzel über die Zeitanzeige. Sage dem Wehmut auf Wiedersehen. Ich war richtig bewegt beim Re-Opening von Zellmops kürzlich. Es erinnerte mich an die Babyzeiten. Das reicht. Heute ist mir nur nach Jubel. Wir haben Stolpersteine des Lebens gemeistert. Und es ist gut, dass wir dazu auch Hilfe hatten. Oder Hilfsmittel. Wie unser Stilltuch, was unser Bedürfnis nach Geborgenheit gerahmt hat. Und auch diese Tücher haben sich wie mein Tochterkind weiterentwickelt und kommen jetzt mit Spitze daher. Beide kommen mit Spitze daher. Ich lächel bei diesem Gedanken.

23:07 Uhr. Ich schlafe. Schätze ich.

Auf das Tochterkind und uns warten Veränderungen. Die Schulzeit beginnt bald. Ich freue mich auf das, was noch kommen wird. Auf Entdeckungstouren. Auf Feiern. Auf Freunde. Auf bunte Farben im Leben. Sind mir die dunklen Tage doch sehr bekannt.

Meine Musikliebhaberin voller Lebensfreude forderst du die Welt heraus dir ihre Schätze und Geheimnisse zu offenbaren. Ich bin stolz, dass ich deine Mama bin. Du rockst.

der Tag danach

08:04 Uhr. Der Sohnemann krabbelt an meinem Rücken. Das Tochterkind schläft.

11:15 Uhr. Die Kinder feiern noch mit Oma&Opa. Ich bin allein. Räume auf. Packe Girlanden ein. Verpacke Kerzen. Wasche Geschirr. Und Wäsche. Sitze im Café und trinke Mocca. Ich gähne. Ich schreibe.

Nun ist schon wieder alles vorbei. Das nächste Lebensjahr liegt vor Krümelie. Vor uns.

Schöne Tage vergehen viel zu schnell.

Am Abend lausche ich den Erzählungen der Kinder. Die Vorbereitungen für die neue Woche laufen.

Was andere Familien an diesem Wochenende gemacht haben, könnt ihr bei Susanne von Geborgen Wachsen nachvollziehen.

Was hast du gemacht?

Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche.
Anne

You Might Also Like

1 Comment

  • Reply Freitagslieblinge am 29. Juni - x-mal anders seinx-mal anders sein 29. Juni 2018 at 15:16

    […] der Monat ist fast rum. Der Sommer ist wieder da. Im Juni ist meine Tochter geboren. Ich mag diesen Monat und schaue zurück auf die vergangene […]

  • Leave a Reply

    Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

    Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

    Schließen