Gedanken, Lesezeit, Rezension, Werbung

Warum lesen wir Bücher?

16. November 2018

Warum fassen wir Geschichten in Worte und bannen sie auf Papier? Wie entscheiden wir, welche Werke es Wert sind gelesen oder – wie am Vorlesetag – vorgelesen zu werden?

„Jedesmal, wenn du ein Buch fortgelegt hast und beginnst, den Faden eigener Gedanken zu spinnen, hat das Buch seinen beabsichtigten Zweck erreicht“ Korczak

Wenn wir lesen, öffnen wir eine Tür zu Fantasie und Realität gleichermaßen. Wir können neues Wissen gewinnen oder uns in Welten begeben, die es so gar nicht gibt. Es ist eine Anregung zum kreativen Denken. Und vielleicht ziehen wir eine Lehre daraus. Im Sinne der Literaturpädagogik ist das Lernen durch bzw. aus Büchern.
Wenn wir Kinder an Bücher heranführen, wollen wir ihr Interesse wecken, ihre Leselust und sie für Worte sensibilisieren, sodass sie Spaß haben werden am Lesen (lernen). Das wiederum unterstützt die Teilhabe am Bildungsprozess und öffnet Türen… Im Sinne der Literaturpädagogik heißt das dann Erziehung zur Literatur.
Zeitvertreib, Information, Entspannung, Erinnerung, Spannung, Mut, neue Gedanken,… Lesen bringt einen Mehrwert in unser Leben.
Und wenn wir uns mit unseren Kindern hinsetzen und lesen, dann bringt uns das näher zusammen. Oder?

Welches Buch nehmen?

Wir wählen ein Buch, weil uns das Cover gefällt. Weil wir mehr erfahren wollen. Weil wir ein Thema erahnen. Wegen der Ästhetik. Was gefällt oder nicht, ist subjektiv. Natürlich hängt die Wahl des Buches vom Alter ab. Ebenso wählen wir aus unserer Stimmung heraus. Manchmal gibt es einen Anlass. Manchmal eine Empfehlung. Manchmal einen Anlass. Und manchmal eine Zufallsentdeckung…

ein Buch zum Heranführen

Kennt ihr diese Momente, wenn die Augen an diesem einen Buch hängenbleiben? Mir ging das so mit „Strubbel“. Das Cover ließ mich an den Sohnemann denken. Vielleicht assoziierte ich „durch die Haare strubbeln“…

kleiner Strubbel – Fräulein Klitzeklein • Reprodukt • 2017 • Céline Fraipont, Pierre Bailly • aus dem Französischen von Volker Zimmermann • Lesealter 3+ • 32 Seiten • wortloser Comic • Hardcover • Reihe

Jedenfalls bin ich begeistert vom kleinen Strubbel und Fräulein Klitzeklein. In dieser Geschichte entdeckt der muntere Strubbel eine Höhle, folgt im Inneren einer Spur aus Erdbeeren und landet am Ende vor einem winzigen Häuschen . Dem Häuschen der gastfreundlichen Fräulein Klitzeklein. Unter Beobachtung ihrer mürrischen Ziege versuchen die Zwei gemeinsam Tee zu trinken. Doch an diesem Ort ist der kleine Strubbel groß, was zu Herausforderungen führt. Aber Strubbel hat einen Einfall…
Ein Buch ohne Text. Ein Comic. Eine Geschichte, die sich durch zwölf Bildkästchen auf einer Doppelseite erzählt. Lebenslustig. Lösungsorientiert. Der Sohnemann kann sich hinsetzen und selbst lesen. Eine Erfahrung. Stichwort: Selbstwirksamkeit.
Mit diesem Buch (oder einem der anderen 13 der Reihe) können die Leser die Geschichte in ihre eigenen Worte kleiden, werden herangeführt an die Art des Lesens. An die Freude, die das macht.
Es ist eine Einladung.

Wieso darüber sprechen?

Philosophie ist keine Lehre. Es ist eine Tätigkeit, bei der wir ins Gespräch kommen, an Gedanken und Gefühle.
Es wird nach dem Kern einer Sache gefragt. Nach dem Grund und Sinn. Der philosophierende Mensch denkt nach. Über Handlungen und Normen. Über Menschheitsfragen. Das Leben. Was ist Phantasie? Was sind Träume? Was macht den/der Unterschied zwischen „groß“ und „klein“?
Kinder sind neugierig. Sie wollen verstehen. Lernen. Erkenntnisgewinn. Und sie wollen sich mitteilen. Gehört werden. Wenn wir uns auf den Prozess einlassen und mit ihnen philosophieren, können Kinder üben zu argumentieren, Begriffe zu definieren, zu differenzieren, abzuleiten, Sichtweisen zu entwickeln, Standpunkte zu hören und darzulegen…
Wir müssen nicht die Ärmel hochkrempeln und voller Elan eine Situation konstruieren, in der wir gemeinsam nachdenken. Wir können ein Buch nehmen. Es aufschlagen. Eine Geschichte verfolgen und darüber sprechen. Fragen stellen. Mit Begeisterung. Mit Skepsis. Mit Phantasie. Im Gespräch.

Ein Buch zum Philosophieren

In einem abgenutzten Wörterbuch hatte ein Forscher das Wort „Aschimpa“ wiederentdeckt. Doch was ist das für ein Wort? Ein Verb? Ein Ausruf? Ein Eigenname? Ein Adverb? Ein Adjektiv? Die Menschen nutzten es. Keiner wusste wie. Sie taten es einfach. Die Forscher grübelten.

Mit dem Buch „aschimpa • das geheimnisvolle Wort“ können wir uns den Worten selbst, die in Büchern gesammelt werden, widmen. Wir können über Alte nachdenken und Neue erfinden. Über ihre Bedeutung in Geschichten. Über ihre Bedeutung für Geschichten.

„Alles, was an Großem in der Welt geschah, vollzog sich zuerst in der Phantasie eines Menschen, und wie die Welt von Morgen aussieht, hängt in großem Maß von der Einbildungskraft jener ab, die grade jetzt lese lernen.“

Astrid Lindgren

Wir fassen Gedanken in Worte und bannen sie auf Papier, damit wir nicht vergessen. Damit wir weitergeben, was Bedeutung hat. Frohsinn. Angst. Ereignisse. Erkenntnisse. Weil wir verstehen wollen. Weil wir den Menschheitsfragen auf die Spur kommen wollen. Weil wir manchmal eine Pause davon brauchen. Weil?
Was denkst du?
Anne

Übrigens: Am nächsten Wochenende (24/25.11) ist die Berliner Buchmesse „BuchBerlin“. Da gibt es sicherlich einige Lesezeitschätze zu entdecken.

Der Beitrag ist als Werbung gekennzeichnet, da er zwei Bücher erkennbar zeigt. Dabei ist „Strubbel“ ein Rezensionsexemplar (Vielen Dank) und „Aschimpa“ habe ich gekauft. Angetan bin ich trotzdem.

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1 Comment

  • Reply Druckerzeugnisse aus Graspapier von matabook - x-mal anders sein 22. November 2018 at 22:12

    […] fragte ich mich, warum wir Bücher lesen… Wie sie hergestellt werden, war für mich bisher nicht von Bedeutung. Zeit sich darüber […]

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