Lesezeit, Rezension, Werbung

Lesezeit #24 – Pupsi Jones im Kindergarten

4. Januar 2019

(Vor)Lesemomente schätze ich sehr. Ein Buch zum Festhalten. Ein Grund zum Ankuscheln. Eine Anregung zum Denken und Fühlen. Ein Anlass zum Eintauchen. Eine Möglichkeit zum Lachen.

Für die Kinder und mich schaue ich deswegen nach Büchern. Ich suche gezielt nach einem seitenstarken Mehrwert in den Bereichen „Miteinander“, „Vielfalt“, „Anderssein“ und „Ich-Sein“. Diese sammele ich in dieser Reihe namens „Lesezeit“. Das folgende Buch ist ein Rezensionsexemplar und gehört in die Kategorie „Ich-Sein“.

Pupsi Jones im Kindergarten

Inka Weber * Michael Holtschulte

Lappan * 2018

„Kann ich das mit in den Kindergarten nehmen?“, fragt mich der Sohnemann regelmäßig und hält sich erwartungsvoll ein kleines Auto, seine Taschenlampe, ein Plüschtier oder ein Buch vor die Nase.

Meist stimme ich zu. Er darf die Sachen mitnehmen, aber alles was kein Buch ist, nehme ich nach dem Zeigen im Gruppenraum wieder mit. So lautet die Regel im Kindergarten. Die Bücher werden im Morgenkreis vorgelesen und der Rest wandert eben in meine Tasche zurück.

Da hat es Helene leichter. Sie ist die Protagonistin im neuen Lieblingsbuch vom Sohnemann. Nur sie kann ihr „Mitbringsel“ sehen und so ihren Freund „Pupsi Jones“ problemlos in ihrem Rucksack mit in den Kindergarten nehmen.

Helene hat sich mit ihren Freundinnen Lisa und Sophia in der Verkleidungsecke verabredet. „Feine Damen“ wollen sie spielen.

Wegen ihres Rollenspiels wurde „Pupsi Jones“ instruiert sich zurückzuhalten. Wenn er nämlich seine magische Formel ausspricht, gibt es kein Halten mehr für die Luft im Bauch.

Helene verwandelt sich in eine Opernsängerin, Lisa in die strenge Lehrerin „Frau Pünktchen“ und Sophia wird zur Königin. Und „Pupsi Jones“ denkt sich, dass es sicher Spaß macht „feine Damen“ zu ärgern. Er spricht seine Pups-Formel.

„IPS-APS-UPS, du machst jetzt einen Pups!“

Erst leise. Dann ganz schnell und abgehackt. Schließlich sehr laut und sehr langsam.

An diesem Vormittag ging es deswegen windig bisweilen stürmisch zu im Kindergarten. Obwohl insbesondere Königinnen natürlich nicht furzen, wissen die Kinder einiges über Blähungen. Das beweist die strenge Lehrerin „Frau Pünktchen“ eindrücklich.

So wie Erbsen, Bohnen, Linsen den Po zum Grinsen bringen, müssen an diesem Tag alle über die Auswirkungen der magischen Pups-Formel lachen und selbst Pupsi Jones entfährt am Ende ein kleiner Pups. Doch das hört ja nur Helene.

Amüsantes für „feine Damen und Herren“

„Kacka“ ist eins der Lieblingswörter von Krümel, da passte das Buch einfach und spätestens als die „feinen Damen“ zur Sprache kamen, war auch das Tochterkind voll bei der Geschichte dabei.

Krümel versucht sich seitdem ausgiebig als Pupsi Jones und spricht die magische Formel in Richtung seiner Schwester.

Hatte ich beim Titel noch an einen heldenhaften Protagonisten gedacht, der mit seinen Blähungen die Welt rettet, entpuppte sich „Pupsi Jones“ als erfrischend frecher Pups, der Spaß bringt.

Kleine Kinder können ja sowieso vor alles und jeden Namen „Kacka“ oder „Pups“ setzen, erfinderisch (Nachahmungs-)Geräusche produzieren und sich überaus köstlich amüsieren dabei.

„Pupsi Jones“ kommt zusätzlich mit eingängiger und downloadbarer Musik daher und bietet so einen mega Hit zum Soundtrack dieser „Pupskackawurstkicher“-Phase.

Selbstredend haben wir uns auch darüber unterhalten, wie so ein Pups eigentlich aussieht. Für kleine Kinder, die sich mit ihrem Körper und seinen Funktionen auseinandersetzen eine spannende Überlegung.

Das Tochterkind bleibt zwar nah an der eigentlich Illustration, die im übrigen vom angesehenden Cartoonisten Michael Holtschulte stammt, aber sie findet eindeutig, dass Pupsi Jones runder sein müsste. Wie ein Luftball eben. Krümel stellt fest, dass ihm das Aussehen wurst ist. „Das ist wie bei Wind.“, so seine Antwort. Er pupst lieber auf seinem Arm und lacht.

IPS – APS – UPS es gibt da jetzt ein Buch.

Inka liest mit viel Freude und Gesang auch in Kindergärten und Schulen.

Unverkrampft, fantsievoll und musikalisch hat sich die sympathische Autorin Inka Weber in ihrem ersten Bilderbuch dem „Pups-Kacka-Kicher“- Körperthema von jüngeren Kindern angenommen.

Zusätzlich hat sie damit am Ende des Jahres 2018 noch Gutes getan und „Ein Herz für Kinder“ unterstützt. Da wurde nämlich ein ganz besonders Exemplar von Pupsi Jones im Kindergarten mit Unterschriften von 25 Cartoonisten, Karikaturisten und Illustratoren versteigert.

„Feine Herren und Damen“ ab ca. 3 bis 4 Jahren lernen von Pupsi Jones die magische Formel, können ausgelassen kichern und erfahren mit diesem Kinderbuch nebenbei mehr über den richtigen Umgang mit der lästigen Luft im Bauch…

Dieses „Kacka-Pups-Kicher“ sowie „Ich sag immer wieder Kacka, Pups, Scheiße.“ ist beim Sohnemann merklich beliebter und ausgeprägter als bei seiner Schwester. Da mag ich als „Kackamama“, wenn das natürliche Entwicklungsthema, was bisweilen in Phasen und mit ausgeprägter Wortnutzung nervig sein kann, lustig ein bisschen anders Beachtung findet. Wie eben mit „Pupsi Jones im Kindergarten„.

Wie seht ihr das?

Anne

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1 Comment

  • Reply Wochenende in Bildern - 5./6. Januar 2019 - x-mal anders sein 6. Januar 2019 at 21:17

    […] derzeitige Lieblingsbuch des Sohnemannes gehört zum Pflichtprogramm des abendlichen […]

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