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Lesezeit #27 – Langweilst du dich, Minimia?

29. August 2019

(Vor) Lesemomente schätze ich sehr. Ein Anlass zum Eintauchen. Eine Anregung zum Fühlen und Überlegen. Ein Grund zum Zusammenrücken. Wollen ja schließlich alle etwas sehen können. Eine Möglichkeit zum Lachen. Ein Fundus an Inspirationen. Und mittlerweile Selbstlesezeit für das Tochterkind.

Für die Kinder und mich schaue ich nach Büchern. Ich suche gezielt nach einem seitenstarken Mehrwert. Diese sammele ich in der „Lesezeit“-Reihe.

Das folgende Buch ist eine Fortführung. Wir haben uns bereits mit mit der Protagonistin gefragt, welche Farbe ein Kuss hat. Und auch dieses Mal geht es um eine Frage. Und auch dieses Mal nahm ich das Buch mit in den Kindergarten, weil mir klar war, da steckt Potenzial für kreative Tätigkeiten drin. Es ist einfach großartig. Überzeugt euch selbst.

Langweilst du dich, Minimia?

Rocio Bonilla * JUMBO * 2019 zur * ca. 22 x 30 cm * Verlagsseite HIER

Mia, von allen Minimia genannt, mag so Allerlei. Malen vorallem. Mittlerweile ist sie ein Schulkind und da braucht es einen Kalender, um die ganzen Aktivitäten zu planen und gut im Blick zu haben. Nur Sonntag, die findet Minimia doof. Da passiert nichts. Sie langweilt sich. Schrecklich. Sie fragt sich: Was kann ich bloß machen, damit ich mich nicht langweile? Dann hat sie eine gute Idee. Sie fragte andere. Die Maus, die hinter der roten Tür wohnt zum Beispiel. Den Wal, zu dem sie einen Papierflieger nimmt. Der Außerirdische schließlich gibt ihr einen Rat…

Und eigentlich steckte sie schon mitten in einem fantasievollen Abenteuer.

Was aus Langeweile entsteht

Nichtstun oder Nichtszutunhaben ist der Schlüssel zu Fantasie und neuen Ideen, eine Möglichkeit zur Selbstverwirklichung, weil wir selbst bestimmt entscheiden und genießen können, was wir machen. Das will gelernt sein. Spielerisch am Besten.

Meine Kinder behaupten ja, dass sie sich nie langweilen und immer gute Ideen haben, aber so ganz stimmt das nicht. Wie schön ist es da, dass Minimia bei uns eingezogen ist und inspiriert.

Schon nach dem ersten Vorlesen ist ein Spiel entstanden. Kennt ihr „Wer hat den Keks aus der Dose geklaut?“? Wir haben „Hast du dich nicht grade gelangweilt? gemacht. Es folgte ein „Wer? Ich?“ sowie „Ja, du!“, „Niemals!“ und „Wer dann?“…

Im Kindergarten inspirierte das fröhliche Kinderbuch zu einigen Papierflieger Variationen. Zwei Mädchen sind auf einem Papierflieger wie auf einem Steckenpferd durch den Raum gekreist, was dazu führte, dass andere Kinder Bilder malen wollten. Und ich bin gespannt, was noch entstehen wird, wenn wir uns mit Minimia langweilen.

Wiedererkennungs- effekt

Die spanische Autorin und Illustratorin Rocio Bonilla verzückt. Farbenfrohe großflächige Bilder wechseln sich wieder mit einzelnen Szenenbildern ab. Ebenfalls wie im ersten Buch besticht Minimia mit ihren Augen. Sie selbst ist eher farblos mit ihrem grau-gestreiften Shirtkleid. So gar nicht klischeehaft Mädchen. Ihre Umgebung ist bunt und ihr Einfallsreichtum bestechend. Inspirierend. Wir können uns alle wiedererkennen, in dem Kinderbuch.

Und Erwachsene können zum Beispiel über volle Terminkalender nachdenken. Mein Tochterkind freut sich, da sie die wenigen Sätze selbst lesen kann und mein Sohnemann entdeckt eine Menge auf den Seiten. Mit Minimia kommt sicher keine Langeweile auf. Auch nicht an Sonntagen.

Was macht ihr bei Langeweile?

Anne

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