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Worte an Lisa-Marie Dickreiter & Andreas Götz – Blogparade

11. September 2019

Ich richtete Worte an Astrid Lindgren, an Antoine de Saint-Exupéry und Günther Jakobs. Heute möchte ich mich an ein Autorenduo wenden, die zusammen ein supercooles Kinderbuch schrieben.

Liebe Lisa-Marie Dickreiter & lieber Andreas Götz,

gespannt und vorfreudig fieberten der Sohnemann und ich dem erscheinen von eurem Kinderbuch entgegen. Hatten wir doch Lisa-Marie bei der BuchBerlinKids erlebt, die so voller Begeisterung von den vier Jungen und dieser bösen Schokokugel erzählt hatte und vom Spaß beim Schreiben. Wir wollten mehr lesen.

Und dann endlich landete das Buch „Berti und seine Brüder • Die Schokoladenkugel des Bösen“ in unserem Briefkasten. Ihr könnt euch das wirklich wie im Film vorstellen. Musik. Licht. Große Augen. „Ich bin Batman.“, verkündete mein Sohn beim Auspacken und langte nach einem Schokoriegel.

Jetzt konnten wir Drei also den Fünfjährigen Berti besser kennen lernen. Und seine drei älteren Brüdern. Harald, Sture und Erik.

Mit Geschwistern im Allgemeinen kann es trubelig, harmonisch, konflik- und ereignisreich zu gehen. Ich als Einzelkind kann da im Gegensatz zu euch als Älteste von Dreien bzw. Jüngster von Sechs nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Aber meine Zwei verbindet ein Familiensuperband, an deren einer Seite „sich verstehen“ und an deren anderer Seite „sich auf die Nerven gehen“ steht. Und an deren Enden ordentlich gezogen wird.

Bei einem Altersabstand von fünf, sechs und sieben Jahren zwischen Berti und seinen Brüdern überrascht es nicht, wenn deren Superfamilienband außerordentlich zum Zerreißen gespannt ist.

die verhängnisvolle Schokoladenkugel im Schaufenster

Von Seite zu Seite tauchten wir in die Geschichte ein.

„Die Brüder machen Quatsch mit Kostümen, weil der Papa die gekauft hat. Zum Beispiel hüpfen die von der Treppe, von einem Dach und zertrampelen Salat. Weil sie Superhelden spielen, wollen die dann von Kartrud’s Kändie aus dem Schaufenster die Schokoladenkugel klauen. Die denken, dass die böse ist.“, fasst es meine Tochter zusammen.

Die drei Superhelden schmieden also einen supergenialen Plan: Irgendwie in den Süßigkeitenladen gelangen, irgendwie die schokoladige Bedrohung für die Welt schnappen, irgendwie damit raus und sie vernichten. Das Irgendwie, was ich schon ahnte, bringt die Superhelden jedoch in ziemlich blöden Schlamassel. Und Berti, obwohl er gar nicht mitmachen durfte, hilft ihnen dann. Er befreit sie aus Kartruds Heizungskeller, rettet sie vor dem Hund Sternchen, vor welchem sie auf einen Baum flüchten mussten, und überlegt sich etwas wegen Kalliope, der Tochter von Kartrud,…

Warum hat Berti eigentlich keine tapfere Freundin?, fragte mich das Tochterkind. Ich vermute, dass ihr ein Mädchen zur Identifizierung fehlte. Für sie eröffnet sich damit jedoch eine andere Form des Lesens, sie nahm eine Art Beobachterrolle ein, obwohl wir ja aus Bertis Sicht die Geschichte miterleben.

Die drei Brüder als Superhelden verfolgen ihre Mission. Sie geben nicht auf. Die Spannung beim Lesen reißt nicht ab. Ihr Durchhaltevermögen imponiert. Nur dann durchkreuzt Herr Schmidtke die Pläne. „Das ist ein Lehrer von den Brüdern. In den Ferien schimpft der trotzdem.“, kommentiert meine Tochter.

Krümelie sagte: „Ich bin eine Dedektivin und löse Fälle. Also… Die Superhelden-Brüder sind gar nicht so mutig und super. Die sehen schon mutig aus in ihren Kostümen, aber sie brauchen immer Berti. Ich finde, dass Berti der Held ist.“.

Außerdem findet sie, dass er ein anderes Superheldenkostüm braucht. Aus diesem Grund setzten wir uns an den Tisch und bastelten für ihn. Einen Umhang brauchte er unbedingt, der kariert sein musste. Rote Schuhe. Ihr wisst sicher warum. Dazu ein „Emblem“ auf der Brust. Für Herzheld – würde ich sagen. Was denkt ihr?

Krümelie resümierte weiter: „Die Schokoladenkugel ist gar nicht verflucht. Das haben die sich ausgedacht. Die haben halt Fantasie. Ich würde die Schokolade essen. Erst die eine Hälfte und am anderen Tag noch mehr. Die Pralinen innen würde ich meinem Bruder geben. Es ist ziemlich super die Ältere zu sein. Manchmal ist es nervig einen Bruder zu haben. Die Superhelden-Brüder von Berti sollten trotzdem freundlicher sein.“

Zur Stärkung nach getaner Arbeit gönnte sich Krümelie einen „Schokoriegel des Bösen“. Und teilte mit Berti. Und ihrem Bruder. Superfamilienband eben.

Ich mag das so sehr, wenn Geschichten bei den Kindern nachhallen und daraus Gedanken&Ideen entstehen.

Eure Geschichte beflügelt die Phantasie. Neben einer bastelnen Detektivin wohnt hier nämlich noch ein Superheld, der seine Jackenkapuze auf den Kopf setzt und dann mit wehendem „Umhang“ durch die Gegend springt und sich darüber freut, dass der Jüngste die Hauptrolle spielt. Wirklich ein superheldenhaftes Abenteuer, in dem die Kleinsten die Größten sind.

Wir wollen mehr lesen von Familie Nägele und freuen uns schon auf den Erstleserband im nächsten Frühjahr, in dem Berti in die Schule kommt.

Super witzig – besonders die Joghurt-Episode am Anfang – urteilte mein Tochterkind. Viel Spaß bereiteten mir beim Vorlesen eure anschaulichen- vergleichenden Zusätze, wenn die drei Brüder aussehen wie die Engel auf den Adventskalendern und ihre Stimmen klangen, als wäre heute Bertis Geburtstag.

Ein cooles Buch habt ihr geschrieben. Da sind sich meine Kinder einig. Das wollte ich euch unbedingt berichten.

Herzlichst,

Anne

Schaut euch unbedingt die kreativen Beiträge zur Blogparade, welche von Janet initiiert wurde und bei kinderbuchlesen.de gesammelt werden, an.

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1 Comment

  • Reply Blogparade: Berti und seine Brüder - Kinderbuchlesen.de 16. September 2019 at 15:30

    […] X mal anders sein: „Worte an Lisa-Marie Dickreiter & Andreas Götz“ […]

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