Monatslieblinge

Monatslieblinge im Juni 2020

30. Juni 2020

Leben enthält Spuren von unbeauftragter Werbung.

Lange Tage. Kurze Nächte. Die Hälfte des Jahres ist schon wieder um. Der Sommer hat angefangen. Im Vergleich zum Beginn des Jahres hatte das Abwarten und Kaffee trinke ein Ende für mich. Der Juni brachte so einige Veränderungen für uns.

Anfangs zwei Tage Schule für das Tochterkind. Ansonsten „Homeschooling“. Stundenweise Kitazeit für den Sohnemann. Dann das Ende des Home Office für mich. Zurück in dir Kita. Das Vereinbarkeitsroulette drehte sich fröhlich.

Mit dem Scheidungstermin am Monatsanfang und der Rechtskraft, die dann am neunten Hochzeitstag (was für ein Aufeinandertreffen) im Briefkasten landete, endet ein Kapitel. Außerdem freute ich mich sehr über einen anderen Termin. Derweil fieberte Krümelie ihrem Geburtstag entgegen, den wir ausgiebig geplant und gefeiert haben.

Der sechste Monat in 2020 war definitiv aufregend und ereignisreich…

Lieblingsbuch

Zum Lesen bin ich nicht so richtig gekommen in diesem Monat. Teilt gerne eure Leseempfehlung mit mir. Welche Lektüre begeistert euch?

Für das Tochterkind gab es zum Geburtstag neue Bücher. Luis und Amanda hat sie sich sehr gewünscht, was ich zum Glück gebraucht kaufen konnte. Wir haben einen zweiten Band davon. Die Kinder sind etwa im Alter meiner Kinder und erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht Geschichten aus ihrem Leben.

Beim neuen Buch von Cally&Constanze bin ich auf die Reaktionen des Tochterkindes gespannt. Es war ebenso wie der Glücksverkäufer ein Spontankauf. Ich hatte ja schließlich einen Anlass.

Wirklich großartig finde ich das vierte Buch. Ein Geschenk. Ein Achtsamkeitsbuch. Erklärend. Woher kommt die Angst? Ihr Nutzen? Was macht der Mut dabei? Was hat das Gehirn damit zu tun? Mit hilfreichen Anregungen und Übungen. „Hey, du bist großartig“ ist bestärkend und die Illustration ist so warmherzig. Die Sommerzeit wird also zum achtsamen Lesen genutzt.

Lieblingsprioritäten

Gleich am Monatsanfang hatten wir einen dieser ungeliebten Arzttermine. Schon auf dem Weg zur Praxis war das Tochterkind ganz still und hielt sich an ihrem Buch fest. Sie mochte diese Termine, wo sie „geprüft“ und „beäugt“ wird, noch nie. Verständlich.

Äußerte sie ihren Unmut früher lautstark, wappnet sie sich heute scheinbar in sich gekehrt. Die Blutabnahme beim Endokrinologikum gehört zum Pflichtprogramm. Um es ihr leichter zu machen und sie abzulenken, stellte ich meine Befindlichkeiten hinten an und sang ganz laut. Kostete mich etwas Überwindung. Die Schwestern waren wenig begeistert, die anderen Menschen im Wartebereich musterten mich anschließend auch seltsam, aber mein Tochterkind lächelte. Verkniff sich währenddessen das Lachen, damit sie nicht wackelt, wie sie sagte. Keine Träne. Nur „Sing weiter, Mama“. Gemeinsam haben wir das geschafft. Puh. Ein gutes Gefühl.

Manchmal ist es unerlässlich, dass ich nur uns Drei betrachte und schaue, was uns gut tut. Das führte bei einem familiären Zusammentreffen Mitte des Monats dazu, dass ich lieber mit den Kindern durch den Regen rannte als mir weiter Vorwürfe und Kritik anzuhören. Hätte ich mir das länger angehört, wobei mir nicht zugehört wurde und die Kinder dabei saßen, wäre ich geplatzt.

Verantwortungslos und sturr sei ich. Meine Kinder seien undankbar und unerzogen (was sie nicht sind). Mein ehemaliger Mann wurde bemitleidet. Schlecht sehe ich aus und noch einiges anderes. Ich habe es versucht. Verwandschaft hin oder her. Das war zu viel.

Die Kinder, so herrlich den Moment auskostend, freuten sich, rannten einfach mit durch die Pfützen. Hat sie gar nicht gestört. Tropfend und zu Atem kommend, haben wir dem Regen noch zu Hause am Fenster gelauscht. Er erzählt uns nämlich anderes…

Ich lerne das mit dem „auf sich achten“, „bei sich sein“ und Selbstfürsorge noch. Es ist wichtig. Die Sozialisation alla „das macht man doch nicht“ kann mich mal. Immer mehr jedenfalls.

Lieblingsmomente mit den Kindern

So unbeschreiblich schön die Freude über Seifenblasen im Gesicht der Kinder zusehen, wie sie danach greifen und die schwebenden Dinger verfolgen.

Bevor wir zur Kundgebung (lest HIER) gingen, gestalteten wir ein Plakat und ich war sehr stolz auf meine Zwei und ihre Gedanken.

Wir haben mehrere Tage den Geburtstag vom Tochterkind geplant und mehrere Tage gefeiert. Der Sohnemann wollte unbedingt mit mir schmücken, was ich berührend fand. Es gab Familienzeit für ein Familienfoto. Picknick an einem Tag, Eis mit einer Schulfreundin am Zeugnistag, Kuchen bei Oma&Opa an einem anderen Tag und zum Schluss am Wochenende nochmal eine Schnitzeljagd im Wald mit zwei Gästen. Wir können Krümelie und mit ihr gar nicht genug feiern. Lest HIER nach.

Lieblingskaffee

Mit einer Freundin Zeit für einen gemeinsamen Kaffee zu haben, draußen sitzen und quatschen ist Alltagszauber vom Feinsten und einfach super.

Ich bin dankbar für die Momente in diesem Monat mit Janet, Silke, Jenny und meiner wundervollen Sonnenblume.

Lieblingsinspiration

Irgendwann ändern sich nicht die Dinge an sich, aber die Bedeutung, die wir ihnen geben.

So bin ich sehr glücklich, dass ich endlich einen Termin zur Erweiterung meines Pärchentattoos wahrnehmen konnte. Mein Herdkocher ist ein Zeichen der Zeit. Ich mag ihn sehr. Trotzdem. Ich freu mich, dass er jetzt endlich Gesellschaft bekommen hat.
Ein Pusteblumensamen für die Verstorbene. Zwei angebrochene Glühbirnen. Herz über Kopf. Ausbruch der Gedanken. Mut. Veränderung. Eine Erinnerung. Für mich. Mehr meins als unseres.

Gehört & Gelesen

Von Kinderbüchern für mehr Vielfalt, einen Text wie People of Color ihre Kinder auf Rassismus vorbereiten, über unperfektes Muttersein, über schockierende Zahlen und die Gründe dafür, über unsichtbare Behinderung und über das langsame Vorankommen von schulischer Inklusion und bezahlbaren Familienurlaub habe ich gelesen.

Dialog oder Kampf? und Tipps im Umgang mit dem Haushaltsmonster habe ich gehört.

Verständlicherweise wurde die Blogfamilia in diesem Jahr abgesagt. Eine Information, die ich traurig gelesen habe. Aber es kam ein Paket, was mit neugierigen Kindern und dankbar ausgepackt wurde und die Freude auf das nächste Jahr und Zusammentreffen ist groß.

Ausblick

Die Scheidung ist durch und ich bin gespannt, was die Zukunft bringen wird. Wir werden aber sicher unsere Kreativität als Lebenskompetenz bewusst fördern und ausleben. Das steht fest. Den Rest zeigt die Zeit… Jetzt sind erstmal Sommerferien. Zumindest für die Kinder.

Wie war dein Monat? Was hat sich bei dir ereignet?

Und wirklich teilt eure Leseempfehlungen und sonstigen Gedanken gerne mit mir…

Anne

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3 Comments

  • Reply Sari 30. Juni 2020 at 19:00

    Dieser Monat verging irgendwie schnell…
    Familie ist manchmal wirklich nicht einfach… manchmal möchte ich auch lieber durch Pfützen springen…

    • Reply Anne 4. Juli 2020 at 8:17

      Der Juni verging wirklich viel zu schnell. Zeit ist ein komisches Ding.
      Jetzt genießen wir die Sommerferien und schauen, was kommt.
      Liebe Grüße

  • Reply ein gar nicht peinliches Leseerlebnis - x-mal anders sein 29. Juli 2020 at 8:13

    […] Augen und tiefes aufseufzen vor, wenn sich ihr Blick kurz hob. Passend zum Buch, was ich ihr zum Geburtstag geschenkt […]

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